Cannabis Küchen-Glossar
Von Decarboxylierung bis Terpene — alle Fachbegriffe der Cannabis-Küche einfach und verständlich erklärt.
Der Anteil eines Wirkstoffs, der tatsächlich im Blut ankommt. Bei Edibles liegt die THC-Absorptionsrate bei 4–20%, bei Inhalation bei 25–50%. Lecithin kann die Rate bei Edibles um bis zu 30% erhöhen.
Auch: Bioverfügbarkeit. Der Prozentsatz eines Wirkstoffs, der nach Einnahme wirksam wird. Edibles haben eine niedrigere Bioavailabilität als Inhalation, aber die Wirkung hält länger an. Fettreiche Träger wie Kokosöl erhöhen die Bioverfügbarkeit von THC deutlich.
Cannabis-Bonbons sind Edibles aus Zucker, Glukosesirup und Cannabis-Extrakt oder Cannabisbutter. Sie ermöglichen genaue Dosierung und sind diskret zu konsumieren.
Das nicht-psychoaktive Cannabinoid in der Cannabis-Pflanze. Beim Kochen wirkt CBD entspannend, angstlösend und entzündungshemmend — ohne das klassische "High". CBD-Öl kann in alle Rezepte mit normaler Cannabutter eingesetzt werden.
Die Wirkstoffgruppe der Cannabis-Pflanze. Die bekanntesten sind THC (psychoaktiv), CBD (nicht-psychoaktiv), CBN (leicht sedierend) und CBG (entzündungshemmend). Beim Kochen binden alle Cannabinoide an Fette.
Mit Cannabinoiden angereicherte Butter — die klassische Basis für Backen und Kochen mit Cannabis. Wird durch Infusion von decarboxyliertem Cannabis in Butter hergestellt. Haltbarkeit: 2–4 Wochen im Kühlschrank, 6 Monate eingefroren.
Der wichtigste Prozess vor jeder Cannabis-Infusion: Rohes Cannabis enthält THCA (nicht-psychoaktiv). Erst durch Erhitzen (110–120°C, 30–45 Minuten) wird THCA in aktives THC umgewandelt. Ohne Decarb wirkt dein Öl kaum.
Die präzise Menge THC (in mg) pro Portion. Einsteiger: 2,5–5 mg. Geübt: 5–15 mg. Erfahren: 15–30 mg. Immer 90 Minuten warten, bevor nachdosiert wird! Der Dosierungsrechner hilft bei der Berechnung.
Der Oberbegriff für alle essbaren Cannabis-Produkte — von Brownies und Gummies bis zu infundiertem Öl und Butter. Edibles wirken nach 30–120 Minuten, deutlich stärker und länger als Inhalation, weil THC als 11-Hydroxy-THC die Blut-Hirn-Schranke effektiver überwindet.
Hilfsstoff, der Wasser und Fett verbindet. In der Cannabis-Küche wird Lecithin als Emulgator verwendet, um THC gleichmäßiger zu verteilen und die Aufnahme zu verbessern.
Das Herauslösen von Cannabinoiden aus der Pflanze in ein Trägermedium (Fett, Alkohol, CO₂). In der Küche am häufigsten: Lipidextraktion in Butter oder Öl. Effizienz: 60–80% je nach Methode und Temperatur.
Wenn THC aus Edibles vom Darm in die Leber gelangt, wird es dort zu 11-Hydroxy-THC umgewandelt — einem Metaboliten, der die Blut-Hirn-Schranke besser überwindet als THC selbst. Das erklärt die intensivere, längere Wirkung von Edibles.
Gelatine- oder pektinbasierte Cannabis-Gummibärchen — eine der beliebtesten Edibles-Formen wegen einfacher Dosierung. Pro Gummibärchen lassen sich genau 2,5 oder 5 mg THC einkalkulieren.
Samen der Hanfpflanze ohne psychoaktive Wirkung. Reich an Omega-3/6, vollständigen Proteinen und Mineralien. Können roh oder geröstet in Salate, Smoothies und Backwaren gegeben werden — ohne Decarboxylierung, da kein THC vorhanden.
Eine Hauptsorte der Cannabis-Pflanze mit entspannender, körperlicher Wirkung. Indica-Sorten eignen sich besonders für Abend-Edibles und Schlaf-unterstützende Rezepte. Typische Terpene: Myrcen, Linalool.
Das Anreichern eines Trägermediums (Butter, Öl, Milch) mit Cannabis-Inhaltsstoffen durch Erhitzen. Methoden: Herd (schwer zu kontrollieren), Slow Cooker (einfach), Sous-vide (präzise), Mason Jar (geruchsarm). Temperatur maximal 85°C für optimale Extraktion.
Das hochkonzentrierte Pollenprodukt der Cannabispflanze — deutlich stärker als normale Blüten (3–4x THC-Gehalt). Beim Kochen extrem vorsichtig dosieren. Für direkte Infusion in Butter oder Öl geeignet.
Ein Emulgator aus Sonnenblumen oder Soja, der die Bioverfügbarkeit von THC in Edibles um bis zu 30% erhöhen soll. Dosierung: 1 TL pro 250g Cannabutter oder 100ml Cannabis-Öl. Erhältlich als Granulat oder Flüssigkeit.
Medium-Chain-Triglyceride-Öl aus Kokos- oder Palmkernöl. Bindet THC besonders effizient, wird schneller metabolisiert als andere Fette und eignet sich ideal für Mikrodosierung und Tinktur-Herstellung.
Wasserlösliches Cannabis durch Aufbrechen der Fettmoleküle in nano-kleine Partikel. Wirkt 4x schneller als normale Edibles (15 statt 60 Min Onset). Im Heimbereich schwer herzustellen.
Der Zeitpunkt, ab dem die Wirkung eines Edibles spürbar wird. Bei normalen Edibles: 30–120 Minuten. Wichtig: Nie nachdosieren, bevor der Onset eingesetzt hat! Nüchterner Magen beschleunigt den Onset.
Die Temperatur, ab der ein Öl zu rauchen beginnt und gesundheitsschädliche Verbindungen bildet. Olivenöl: ~200°C, Kokosöl: ~175°C, MCT-Öl: ~320°C. Für Cannabis-Infusionen unter 85°C bleiben — weit unter allen Rauchpunkten.
Aromatische Verbindungen in der Cannabis-Pflanze, die Geschmack und Wirkung beeinflussen. Wichtige Terpene: Myrcen (erdig, sedierend), Limonene (Zitrus, aufhellend), Linalool (floral, angstlösend), Caryophyllen (scharf, entzündungshemmend). Verdampfen bereits ab 100°C.
Die inaktive, rohe Form von THC in frischem Cannabis. THCA ist nicht psychoaktiv. Erst durch Decarboxylierung (Hitze) wird THCA in aktives THC umgewandelt. Rohes Cannabis zu essen führt also nicht zum klassischen High.
Das wichtigste psychoaktive Cannabinoid. Bindet an CB1-Rezeptoren im Gehirn und erzeugt das bekannte "High". In der Küche in mg gemessen: 5 mg Anfänger, 10–15 mg Geübt, 20+ mg Erfahren. Dosierungsrechner nutzen!
Das fettreiche Medium, in dem THC gelöst wird — Butter, Kokosöl, Olivenöl, MCT-Öl, Milch, Alkohol. Da THC fettlöslich ist, braucht jedes Edible einen Trägerstoff mit ausreichend Fettgehalt.
Der aktive THC-Metabolit, der bei der Verarbeitung im Magen-Darm-Trakt und der Leber entsteht. 11-Hydroxy-THC ist lipophiler als THC und überwindet die Blut-Hirn-Schranke effektiver — das erklärt, warum Edibles intensiver und länger wirken als Inhalation.