Vegane Edibles Cannabis kochen ohne tierische Produkte
Rezept-Guide

Vegane Edibles —
Cannabis Kochen ohne tierische Produkte

8 Min. Lesezeit Alle Levels
100%
Vegan
3
Basisrezepte
5
Rezept-Ideen
Flexibel
THC/Portion
Vegane Edibles Cannabis Rezepte

Vegane Edibles: Das Wichtigste

  • Cannabutter-Ersatz: Cannabis-Kokosoel 1:1 in jedem Backrezept — identisches Ergebnis, vegan
  • Lecithin vegan: Sojalecithin oder Sonnenblumenlecithin — gleiche Wirkung wie tierisches
  • Sahne-Ersatz: Kokosmilch (Vollfett) = idealer veganer THC-Traeger in Desserts
  • Proteinquelle: Hanfsamen (33% Protein, vollstaendiges Aminoprofil) — vegan und kein THC
  • Omega-3: Hanfsamen + Leinoel — vegane Omega-3-Quellen, perfekt mit Cannabis-Ernaehrung

Vegane Alternativen zu Cannabutter

Traditionelle Cannabutter basiert auf tierischer Butter — für Veganer und Menschen mit Laktoseintoleranz kein Problem: Die pflanzliche Welt bietet mehrere Fette, die THC mindestens genauso gut binden wie Milchbutter. Entscheidend ist der Fettgehalt und die Fettsäurezusammensetzung.

THC ist lipophil — es löst sich ausschließlich in Fetten und Ölen, nicht in Wasser. Jedes pflanzliche Fett mit hohem Gehalt an gesättigten oder einfach ungesättigten Fettsäuren eignet sich als Träger. Die drei besten Optionen im Vergleich:

FettträgerFettgehaltSättigungsgradGeschmackEignung
Kokosöl~100%Hoch (MCT)Leicht kokosig / neutralSehr gut
Vegane Butter~78%MittelButterartigGut
Olivenöl~100%Mittel (MUFA)Würzig/fruchtigGut (herzhaft)
Avocadoöl~100%Mittel (MUFA)Mild, neutralSehr gut
Sonnenblumenöl~100%Niedrig (PUFA)Sehr neutralBefriedigend

Warum Kokosöl ideal ist

Kokosöl ist die bevorzugte Basis für vegane Edibles aus drei Gründen:

  1. MCT-Gehalt: Kokosöl enthält zu ~50% mittelkettige Triglyceride (MCTs — vor allem Laurinsäure). MCTs werden in der Leber schneller verstoffwechselt als langkettige Fettsäuren und können THC effizienter transportieren.
  2. Sättigungsgrad: Mit ~92% gesättigten Fettsäuren ist Kokosöl sehr stabil — es wird durch Hitze kaum oxidiert und hält THC-Verbindungen besser stabil als mehrfach ungesättigte Öle.
  3. Höhere Lipophilie-Kompatibilität: Studien zur Cannabinoid-Extraktion zeigen, dass gesättigte Fette mehr THC pro Gramm aufnehmen können. Kokosöl extrahiert bis zu 20% mehr Cannabinoide aus decarboxyliertem Cannabis als Olivenöl.

Voraussetzung für alle veganen Edibles: Cannabis muss zuerst decarboxyliert werden — also im Ofen bei 110–120°C für 40 Minuten erhitzt. Erst dann ist THC aktiv und kann vom Körper aufgenommen werden.

3 vegane Basisrezepte

Basisrezept 1: Cannabis-Kokosöl

Zutaten

  • 250 ml natives Kokosöl
  • 7–10g decarboxyliertes Cannabis (fein gemahlen)
  • 250 ml Wasser (verhindert Überhitzen)

Zubereitung: Kokosöl, Wasser und Cannabis in einen Topf geben. Bei sehr niedriger Hitze (max. 70°C) 2–3 Stunden köcheln lassen — dabei regelmäßig rühren. Durch ein Käsetuch in ein Glas abseihen. Wasser setzt sich unten ab — nur das erstarrte Öl oben verwenden. Im Kühlschrank bis zu 3 Monate haltbar.

Basisrezept 2: Vegan-Cannabutter (Cashew-Butter Basis)

Zutaten

  • 200g vegane Butter (z.B. Alsan, Naturli, min. 78% Fett)
  • 50g Cashew-Butter (ungesüßt, naturbelassen)
  • 7g decarboxyliertes Cannabis
  • Optional: 0,5 TL Lecithin (verbessert die Emulsion)

Zubereitung: Vegane Butter bei niedriger Hitze schmelzen (max. 65°C). Cannabis hinzufügen und 2–2,5 Stunden bei 60–65°C ziehen lassen. Cashew-Butter und ggf. Lecithin einrühren. Abseihen und in einem verschlossenen Glas im Kühlschrank aufbewahren. Die Cashew-Butter gibt eine cremigere, butterähnlichere Textur — ideal für Backwaren.

Basisrezept 3: Cannabis-Avocadoöl

Zutaten

  • 250 ml Avocadoöl (nativ, kaltgepresst)
  • 7g decarboxyliertes Cannabis

Zubereitung: Cannabis und Öl in ein hitzebeständiges Glas geben. Im Wasserbad bei 60–65°C für 3 Stunden ziehen lassen (oder im Slow Cooker auf niedrigster Stufe). Abseihen. Avocadoöl hat einen sehr hohen Rauchpunkt (~270°C) und einen milden Geschmack — ideal für herzhafte Gerichte und Dressings. Im Kühlschrank bis zu 6 Monate haltbar.

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5 vegane Rezept-Ideen

1
Vegane Cannabis Brownies Cannabutter 1:1 durch vegane Cannabutter (Cashew-Basis) ersetzen. Eier durch Leinsamen-Ei ersetzen (1 EL Leinsamen + 3 EL Wasser = 1 Ei). Schokolade muss vegan sein (Zartbitter, min. 70%).
2
Veganer Space Cake Vegane Cannabutter statt Milchbutter, pflanzliche Milch (Hafer oder Soja) statt Vollmilch, Leinsamen-Ei als Ei-Ersatz. Textur wird etwas kompakter, aber genauso wirksam.
3
Vegane Cannabis Gummies Gelatine durch Agar-Agar ersetzen (Verhältnis: 1g Agar = ~6g Gelatine). Cannabis-Kokosöl als THC-Träger in die Fruchtmasse einrühren. Agar gibt eine festere, weniger elastische Textur.
4
Vegane Cannabis Pizza Cannabis-Olivenöl über den fertigen Pizzateig träufeln — entweder direkt auf den Boden vor dem Belegen oder nach dem Backen. Mit veganem Mozzarella und Gemüse-Belag komplett pflanzlich.
5
Cannabis Avocado-Toast Cannabis-Avocadoöl (1 TL) über den fertigen Toast träufeln oder in die Guacamole einrühren. Schnell, einfach, gut dosierbar — und das Fett der Avocado unterstützt zusätzlich die THC-Absorption.

Wartezeit gilt auch für vegane Edibles: Der First-Pass-Effekt der Leber ist unabhängig davon, ob Kokosöl oder Milchbutter als Träger verwendet wird. Wirkungseintritt 45–120 Minuten nach dem Essen. Niemals nachessen wenn nichts zu spüren ist.

Tipp für bessere Extraktion: Wer Lecithin (Sonnenblumen-Lecithin, vegan) in seine vegane Cannabutter einrührt, verbessert die Bioverfügbarkeit spürbar. Lecithin als Emulgator hilft dem Körper, mehr THC aufzunehmen. Dosierung: 1 TL Lecithin-Pulver pro 250g Fett.

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